{"id":116,"date":"2007-03-23T15:30:03","date_gmt":"2007-03-23T15:30:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schachbezirk-mittelbaden.de\/wordpress\/?p=116"},"modified":"2007-03-23T15:30:03","modified_gmt":"2007-03-23T15:30:03","slug":"schach-muss-lauter-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schachbezirk-mittelbaden.de\/wp\/?p=116","title":{"rendered":"&quot;SCHACH MUSS LAUTER WERDEN&quot;"},"content":{"rendered":"<p><a href='http:\/\/www.schachbezirk-mittelbaden.de\/wordpress\/?attachment_id=118' rel='attachment wp-att-118' title='Hans-Walther Schmitt'><img src='http:\/\/www.schachbezirk-mittelbaden.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2007\/03\/hws_portrait_2006_ernst2.jpg' alt='Hans-Walther Schmitt' align=\"right\" border=\"0\" \/><\/a>Hans-Walter Schmitt ist Unternehmer, Manager, Organisator und Schachfan. Er hat die Chess Classic Mainz zu einer der wichtigsten Schachveranstaltungen Deutschlands und zum bedeutendsten Schnellschachturnier der Welt gemacht. Mit KARL sprach der Chess960 F\u00c3\u00b6rderer \u00c3\u00bcber seine Faszination f\u00c3\u00bcr Fischer, seinen beruflichen Werdegang, die Notwendigkeit, langfristig zu denken und die Kunst der Vermarktung des Schachs.<br \/>\n<code><\/p>\n<blockquote><p>Am Mittwoch, den 28.03. ist der Impresario des deutschen Schach gemeinsam mit IM Andreas Schenk Gast der 3. Baden-Badener Talkrunde 'Das Schachgespr\u00c3\u00a4ch' mit Moderator Ferdinand B\u00c3\u00a4uerle.<\/p><\/blockquote>\n<p><\/code><a href=\"http:\/\/www.schachgespraech.de\">Baden-Badener Schachgespr\u00c3\u00a4ch<\/a><br \/>\n<!--more--><br \/>\nHans-Walter Schmitt wurde 1952 in Oberzerf, 20 km s\u00c3\u00bcdlich von Trier geboren. Schach lernte er als 20-j\u00c3\u00a4hriger und spielt es seitdem mit Leidenschaft. Nach Medizinstudium und beruflichem Aufstieg als Manager bei Siemens organisierte Schmitt zahlreiche Schachveranstaltungen und Turniere. Seit 1994 macht er die Chess Classic Mainz, eine Veranstaltung, die jedes Jahr zahlreiche Gro\u00c3\u0178meister und Hunderte von Amateuren anzieht und im Jahr 2000 die 10 besten Spieler der Welt in einem Schnellturnier vereinigt hat. Hans-Walter Schmitt ist der aktivsten F\u00c3\u00b6rderer des Chess960, das er mit Schnellschachturnieren und Wettk\u00c3\u00a4mpfen zwischen Spitzenspielern salonf\u00c3\u00a4hig machen m\u00c3\u00b6chte. 2005 rief er eine Kampagne &#8222;Free Bobby Fischer&#8220; ins Leben, um die Auslieferung des Schachweltmeisters von 1972 bis 1975 in die USA zu verhindern.<br \/>\nMit dem Schach-F\u00c3\u00b6rderverein Chess Tigers k\u00c3\u00bcmmert sich Schmitt um die Verbreitung des Schachs unter Jugendlichen, in Vereinen und Schulen und unterst\u00c3\u00bctzt als Ehrenvorsitzender des Hessenliga Vereins SC Frankfurt-West engagierte Vereins- und Jugendarbeit.<br \/>\nHans-Walter Schmitt lebt als Unternehmensberater in Bad Soden am Taunus, ist verheiratet und spielt mit einer Elo-Zahl von 2088 in der Hessenliga..<\/p>\n<p>Von Hans-Walter Schmitt<\/p>\n<p>Schach gelernt habe ich als 20-j\u00c3\u00a4hriger. Fischer hat mich fasziniert. Nat\u00c3\u00bcrlich der Wettkampf Fischer \u00e2\u20ac\u201c Spasski, aber auch schon das Match Fischer \u00e2\u20ac\u201c Taimanow. Was mich als 20-j\u00c3\u00a4hrigen am meisten fasziniert hat, war der Mythos Fischer allein gegen die Welt. Er wollte keine Hilfe. Ich sage das auch immer den Leuten, die Simultan spielen: &#8222;Lasst euch nicht helfen. Ihr werdet euch nachher \u00c3\u00a4rgern, denn ihr m\u00c3\u00bcsst den Sieg immer mit jemandem teilen.&#8220; Diesen Mythos Fischer zu erleben war gro\u00c3\u0178artig. Leider hat er 1992 noch einmal gespielt und diesen Mythos zerst\u00c3\u00b6rt, das h\u00c3\u00a4tte er nicht tun d\u00c3\u00bcrfen. Aber ich war auch ein ganz gro\u00c3\u0178er Fan von Capablanca, dessen einfaches, geradliniges, fehlerfreies Schach mich begeistert hat.<br \/>\nDAS ERSTE MAL IM SCHACHKLUB<br \/>\nIm September 1971 war ich das erste Mal im Schachklub &#8211; beim SK Unterliederbach wurde ich am 29.Januar 1972 Mitglied -, und diesen Tag werde ich mein ganzes Leben nicht vergessen. Ich bin da hereingekommen und mich hat \u00c3\u00bcberhaupt keiner ernst genommen. Ich war fast 20 Jahre alt, Mathematiker, Physiker, Logiker, es gab f\u00c3\u00bcr mich keine Grenzen im Denken. Ich hatte in der Schule in Mathe, Physik, Natur- und Ingenieurwissenschaften, \u00c3\u00bcberall eine Eins. Ich wusste \u00c3\u00bcberhaupt nicht wie das funktioniert, dass ich in meinem Denken bis zum Anschlag komme. In Englisch und in Deutsch bin ich limitiert, aber im logischen Denken, da wusste ich nicht wohin mit meiner Kraft. Doch ich stehe in der T\u00c3\u00bcr und niemand beachtet mich. Okay, nach vielleicht einer Viertelstunde kommt jemand auf mich zu, ein Mann mit Sonnenbrille, Ernst Hartwig hie\u00c3\u0178 er, der hatte bei H\u00c3\u00b6chst gearbeitet und sich die Augen ver\u00c3\u00a4tzt, weshalb er auch in geschlossenen R\u00c3\u00a4umen eine Sonnenbrille tragen musste. Er kommt also auf mich zu und fragt: &#8222;Willst Du eine spielen?&#8220; Wir spielen eine Partie, am Ende hatte ich einen Randbauern, er einen Springer und er setzt mich noch Matt. Damals war gerade Klubmeisterschaft und es waren vielleicht 20, 25 Leute im Raum. Ernst ruft jetzt jeden ans Brett und zeigt ihm, wie er mich Matt gesetzt hat. Ich w\u00c3\u00a4re am liebsten sofort nach Hause gefahren, aber ich wollte ja stark sein. Dann spielten wir noch zwei weitere Partien, die ich auch verlor. Anstandshalber ging ich dann noch mit an die Theke und habe eine Runde Bier ausgegeben.<br \/>\nDas hat mir keine Ruhe gelassen, doch in Schollbrunn vor f\u00c3\u00bcnf Jahren habe ich auch einmal einen 2000er so Matt gesetzt und anschlie\u00c3\u0178end alle kommen lassen: &#8222;Guck mal, wie ich den Matt gesetzt habe&#8220;. Damit war das Ding ges\u00c3\u00bchnt.<br \/>\nNach meiner Niederlage gegen Hartwig habe ich Schachb\u00c3\u00bccher gelesen, Dufresne\/Mieses, Lehrbuch des Schachspiels, Tarrasch, Das Schachspiel und noch ein B\u00c3\u00bcchlein, dessen Titel ich nicht mehr erinnere \u00e2\u20ac\u201c und dann bin ich in den Klub zur\u00c3\u00bcckgekehrt, weil ich dachte, ich h\u00c3\u00a4tte es ja drauf. Gleicher Gegner, zwei Mal Remis, zwei Mal verloren. Danach blieb ich eine Weile dort. Nach drei Jahren war ich Klubmeister, ich habe zuerst das Jugendturnier gewonnen, dann das B-Turnier, dann die Klubmeisterschaft.<br \/>\nELTERN<br \/>\nMeine Eltern sind Unternehmer, sie haben einen Hof, eine Gastwirtschaft, ein Kolonialwarengesch\u00c3\u00a4ft, die Gro\u00c3\u0178v\u00c3\u00a4ter hatten bereits ein Fuhr- bzw. Bauunternehmen eingebracht, aber sie haben mich nicht aufs Gymnasium gehen lassen. Ich musste in der Volksschule bleiben. Daf\u00c3\u00bcr gab es eine gute Begr\u00c3\u00bcndung: Meine vier Jahre \u00c3\u00a4ltere Schwester ist aufs Gymnasium gegangen und hatte das vor lauter Heimweh nicht geschafft. Das wollten meine Eltern mir ersparen. Meine Lehrer in der Volksschule waren ungl\u00c3\u00bccklich, weil ich v\u00c3\u00b6llig unaufmerksam war, v\u00c3\u00b6llig unterfordert. Nach anderthalb Wochen hatte ich mein Rechenbuch abgeliefert und alle Aufgaben gel\u00c3\u00b6st und wollte einfach nur in Ruhe gelassen werden. Ein Lehrer hat mir dann gesagt, ich solle etwas Sinnvolles machen und die Kleinen unterrichten, was ich auch oft tat.<br \/>\nAls ich zur Schule gegangen bin, bestand meine Klasse aus acht Jahrg\u00c3\u00a4ngen. Nach drei Jahren teilte man die Klasse in die ersten drei und die letzten f\u00c3\u00bcnf Jahrg\u00c3\u00a4nge. Die einen gingen vormittags zur Schule, die anderen nachmittags. Mit vierzehn fing ich dann eine Lehre als Landmaschinenmechaniker an.<br \/>\nDoch mein Vater war ziemlich hart zu mir. Ich war wie er: diskussionsfreudig, durchschlagskr\u00c3\u00a4ftig, geschickt, schlau, mit Lust am Argumentieren. Ich hatte drei Schwestern und einen j\u00c3\u00bcngeren Bruder und wollte als \u00c3\u00a4ltester Sohn den Hof \u00c3\u00bcbernehmen. Aber er hat gesagt: &#8222;Du kriegst den Hof nicht. Du gehst auf die Schule.&#8220; Er hat das damit begr\u00c3\u00bcndet, dass ich mehr im Kopf hatte als mein j\u00c3\u00bcngerer Bruder Stefan. Ich empfand das ziemlich unlogisch. Ich bin der \u00c3\u201elteste, ich kann gut arbeiten, ich kann gut Gesch\u00c3\u00a4fte machen, ich bin ein sehr guter Mechaniker und jetzt schickt er mich weg.<br \/>\n\u00c3\u0153ber den zweiten Bildungsweg habe ich mein Abitur mit einem Schnitt von 1,4 am Technischen Gymnasium in Frankfurt gemacht, und begann ebenfalls 1974 in Frankfurt das Medizinstudium. Ich habe das Physikum, das erste und zweite Staatsexamen gemacht, ich habe meine Praktika und meine Scheine alle gemacht und gedacht: Arzt, das ist ein guter Beruf f\u00c3\u00bcr Dich. Aber das war ein Irrtum. Ich bin kein Helfer, sondern ein Macher. Doch bis ich meine Frau Cornelia kennen gelernt habe, fand ich den Absprung nicht. Meine Frau war die Einzige, die mir beistand, alle anderen waren gegen mich: meine Geschwister, meine Eltern und auch meine Gro\u00c3\u0178eltern, denen ich die gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178te Entt\u00c3\u00a4uschung ihres Lebens bereitet habe.<br \/>\nNach meinem Entschluss, kein Arzt zu werden, ging ich ein Jahr zur European Business School und besch\u00c3\u00a4ftigte mich am Control Data Institut mit Programm- und Systemanalyse. Mit meinem medizinischen Wissen, meinem Computerwissen und meinem Wirtschaftswissen habe ich mich anschlie\u00c3\u0178end beworben, f\u00c3\u00bcnf Bewerbungen weggeschickt, f\u00c3\u00bcnf Einladungen bekommen, f\u00c3\u00bcnf Jobs h\u00c3\u00a4tte ich nehmen k\u00c3\u00b6nnen, die besten Firmen mit dabei. Ich entschied mich f\u00c3\u00bcr Siemens, weil die einen gro\u00c3\u0178en Medizinsektor haben, und weil mich Heinz Barthel, der das Bewerbungsgespr\u00c3\u00a4ch gef\u00c3\u00bchrt hat und sp\u00c3\u00a4ter mein Chef wurde, einfach begeistert hat.<br \/>\nUNTERNEHMER<br \/>\nIch habe gemerkt, wie wichtig es ist, Unternehmermentalit\u00c3\u00a4t zu haben. Mir liegt es, Unternehmer zu sein und mich reizen schwierige Situationen und schwierige Projekte. Nicht das Unm\u00c3\u00b6gliche, aber Projekte, wo keiner so richtig ran will. Bei Siemens wollte z.B. keiner das Thema UNIX oder Internet angehen, ich habe das dann gemacht.<br \/>\nSehr wichtig ist mir Respekt. Ich mag keine Schulterklopfer. Gelobt zu werden ist mir nicht wichtig, doch von meinem Vater und meinem Gro\u00c3\u0178vater habe ich gelernt, wie wichtig es ist, Respekt zu bekommen. Ein bisschen gef\u00c3\u00bcrchtet zu sein, unnahbar zu sein, nicht alles auf der Zunge zu tragen, und Ideen, die man im Kopf hat, nicht sofort auszuplaudern, sie aber, wenn sie ausgesprochen werden, konsequent und nachhaltig umzusetzen. Denn sonst wird man irgendwann zum Schw\u00c3\u00a4tzer und nicht zum Strategen.<br \/>\nBei Siemens bin ich relativ schnell in den oberen F\u00c3\u00bchrungskreis aufgestiegen, obwohl ich keinen Doktortitel oder \u00c3\u00a4hnliche Dinge hatte. Aber ich war ein pragmatisch-konsequenter Macher. Meine St\u00c3\u00a4rke liegt in der Umsetzung von Ideen. Nicht nur Ideen haben, sondern sie auch umsetzen.<br \/>\nEin f\u00c3\u00bcr mich unvergessliches Schl\u00c3\u00bcsselerlebnis war es, als ich von meinem Opa lernte, einen Viersp\u00c3\u00a4nner zu fahren, um Holz aus dem Wald zum S\u00c3\u00a4gewerk zu fahren. Als ich 13 Jahre alt war, konnte ich die Leinen halten, und mein Opa hat mir gezeigt, wie der Viersp\u00c3\u00a4nner zu fahren ist. Und eines hat er mir \u00c3\u00bcberdeutlich beigebracht, das werde ich mein Lebtag nie vergessen: die Pferde m\u00c3\u00bcssen richtig angespannt werden. Das ist der Schl\u00c3\u00bcssel. Die starken Zugpferde hinten an der Deichsel, das Leitpferd vorne links und der Neuling vorne rechts. Wenn die Pferde nerv\u00c3\u00b6s sind und es steht der lange Weg bergauf an, dann musst Du sie zum Stehen bringen, dann muss der Wagen stehen, dann m\u00c3\u00bcssen die Pferde stehen, die Pferde werden durchpariert, alle haben die gleiche Geschwindigkeit. Und dann neu anfangen, anfahren und alle Pferde gleichm\u00c3\u00a4\u00c3\u0178ig unter Last bringen. Die zwei Kilometer bergauf, das schaffen die dann, Pferde brauchen Aufmunterung, vertraute Ansprache des Lenkers und dann besitzen sie einen geh\u00c3\u00b6rigen Leistungswillen. Wenn man das durchparieren nicht macht, kriegt man in der Mitte des Berges Probleme.<br \/>\nDas ist die wichtigste \u00c3\u0153bung \u00c3\u00bcberhaupt. Um ein Team auf eine gro\u00c3\u0178e Leistung einzustellen, muss man das Wir-Gef\u00c3\u00bchl auf den Punkt bringen, diese Idee, jetzt wollen wir an einem Strang ziehen, f\u00c3\u00bcr unsere Kunden da sein oder f\u00c3\u00bcr unsere G\u00c3\u00a4ste da sein. Nachher \u00c3\u00bcberlegen wir uns, was wir noch h\u00c3\u00a4tten besser machen k\u00c3\u00b6nnen, aber zwischendrin wird nicht diskutiert.<br \/>\nSPR\u00c3\u0153CHE<br \/>\n1976 habe ich den Schachspielern im Bolongarogarten gesagt: &#8222;Ich werde vielleicht kein guter Schachspieler, aber ich werde ein guter Unternehmer. Und ich werde daf\u00c3\u00bcr sorgen, dass ihr alle Weltklassespieler in Frankfurt sehen werdet.&#8220; Im Bolongarogarten in Frankfurt-H\u00c3\u00b6chst haben sich die Schachspieler getroffen, es wurde gespielt, aber noch mehr geredet und da habe ich dann irgendwann diesen Spruch abgelassen.<br \/>\nWenn du dein Leben mit Vertrieb und Marketing verbringst, wenn du an der Schnittstelle zum Kunden bist und Slogans pr\u00c3\u00a4gst, dann rutscht dir manchmal etwas heraus, das unbescheiden wirkt. Aber diese Slogans m\u00c3\u00bcssen so wirken, der &#8222;Hallo Hier&#8220;-Effekt muss da sein, da muss eine Schlagzeile drin sein \u00e2\u20ac\u201c was nicht immer seri\u00c3\u00b6s ist. Ich habe einmal gesagt: &#8222;Schach muss lauter werden.&#8220; Das wird auch immer wieder zitiert, denn wenn man einen richtigen Spruch macht, dann wird er zitiert. Diese Spr\u00c3\u00bcche m\u00c3\u00bcssen einen Kern innere \u00c3\u0153berzeugung und Wahrheit enthalten und zukunftstr\u00c3\u00a4chtig sein. So ein Spruch muss eine Herausforderung enthalten, kompetitiv sein, elektrisieren. Und er muss aus meiner Sicht nicht unbedingt sofort erf\u00c3\u00bcllbar sein. Ich werde es z.B. nicht mehr erleben, dass wir einen deutschen Weltmeister haben, ebenso wenig wie den Siegeszug von Chess960. Und manche, die mich sch\u00c3\u00bctzen wollen und die wirklich Freunde sind, die sagen mir: &#8222;HW, Du verbrennst Dich doch an der Sache.&#8220; Was meinen die damit? Die Auswanderer haben fr\u00c3\u00bcher gesagt: &#8222;Dem Ersten den Tod, dem Zweiten die Not, dem Dritten das Brot.&#8220; Das gilt auch f\u00c3\u00bcr neue Entwicklungen. Man muss eine gewisse Leidenszeit aushalten, wenn man Ver\u00c3\u00a4nderungen will, dann darf man sich nicht leicht umblasen lassen und muss einen langen Atem haben. 1994 habe ich aufgeschrieben, dass ich zehn Jahre haben will, um Schnellschach bis ans oberste Ende zu kn\u00c3\u00bcppeln. Nach sechs Jahren waren wir schon oben.<br \/>\nIch k\u00c3\u00a4mpfe gern. Auch im Schach und oft konnte ich wichtige Partien so noch herumrei\u00c3\u0178en.<br \/>\nSEIFERT &#8211; SCHMITT<br \/>\n2006<br \/>\nDer vorentscheidende Wettkampf gegen die Schachfreunde aus Neuberg begann mit einem Eklat &#8211; die Gastgeber besetzten das 1.Brett gegen unsere erstmalig in dieser Saison eingesetzte Nr.1 GM Eric Lobron mit einem &#8222;Strohmann&#8220;. Jeder, der mich ein bisschen kennt, wei\u00c3\u0178, dass ich geladen war, weil ich diese Variante ins Kalk\u00c3\u00bcl der gegnerischen Taktik gezogen hatte &#8211; aber unser Mannschaftsf\u00c3\u00bchrer Uli Bonnaire redete mir mit plausiblen Argumenten ein, Eric nicht an Brett 2 mit Schwarz zu bringen. Hier kann ich nur sagen, dass mich im Nachhinein positiv stimmt, dass das Antizipieren noch gut bei mir klappt. Mein st\u00c3\u00a4mmiger 1991 geborener jugendlicher Gegner hatte bisher 5\/5 und am 1.Brett der 2.Neuberger Mannschaft 3\/3, was ich allerdings erst nach dem Spiel von einen Bekannten erfuhr. 1.e4 d5 2.exd5 Sf6 3.Lb5+ Ld7 4.Lc4 Lg4 5.f3 Lf5 6.g4 Lc8 7.Sc3 a6 8.a4 c6 9.dxc6 Sxc6 10.d3 Ende der Theorie: So hatte sich die Ex-Weltmeisterin Nona Gaprindaschwili im WM-Kampf im Jahre 1975 gegen Nana Alexandria verteidigt und dabei gewonnen. Sie w\u00c3\u00a4hlte an dieser Stelle die Fortsetzung e5. 10&#8230;e6 Ich w\u00c3\u00a4hlte den etwas besseren Zug aus und bot Remis an, weil Eric gerade den kampflosen Punkt eingestrichen hatte und ich deshalb mit Ihm den Ort der Schande schneller verlassen wollte \u00e2\u20ac\u201c ich war immer noch auf 180. 11.Le3 Ohne mich eines Blickes zu w\u00c3\u00bcrdigen oder gar ein Wort zu verlieren zog der junge Mann seelenruhig Le3, als h\u00c3\u00a4tte er die Schach-Psychologie in Reinkultur schon intus &#8211; jetzt war ich mindestens auf 255 und der Obertiger war richtig gereizt \u00e2\u20ac\u201c Eric hatte als Einziger alles gesehen, was sich in mir abspielte und forderte mich auf: &#8222;Bleib ruhig, geh raus und k\u00c3\u00bchl Dich ein bisschen im Schnee ab&#8220; \u00e2\u20ac\u201c was ich auch tat! Dann setzte ich mich wieder ans Brett und merkte so langsam wie die Form wieder kam \u00e2\u20ac\u201c angstfrei und voller Power. 11&#8230;Lb4 12.Kf2?! eine zweifelhafte Idee. 12&#8230;Sd5 13.Sxd5 exd5 14.La2 Le6 Wei\u00c3\u0178 hat einen Bauern mehr, aber der La2 und der Sg1 spielen noch nicht. 15.Se2 Dh4+? Wirklich nicht das Beste! 15&#8230;d4!? 16.Sxd4 Sxd4 mit leichtem Vorteil f\u00c3\u00bcr Schwarz. 16.Kg2= h5 17.h3 De7 Wei\u00c3\u0178 steht jetzt solide und der R\u00c3\u00bcckzug der schwarzen Dame war noch das Beste. Dagegen ist 17&#8230;hxg4 18.hxg4 Dxh1+ 19.Dxh1 Txh1 20.Txh1+- klar besser f\u00c3\u00bcr Wei\u00c3\u0178. 18.Sd4 0\u00e2\u20ac\u201c0\u00e2\u20ac\u201c0 19.De2 Tde8 20.c3 Ld6 21.Tae1 hxg4 22.fxg4= Weniger gut ist 22.hxg4 Txh1 23.Txh1 Ld7 mit Vorteil f\u00c3\u00bcr Schwarz. 22&#8230;Dh4 23.Df2 Dh7 24.Lb1 Sxd4\u00c2\u00b3 25.Lxd4 Ld7 26.Txe8+= Txe8 27.Lc2 27.Dxf7!? ist erw\u00c3\u00a4genswert 27&#8230;Te2+ 28.Kf3= 27&#8230;f5\u00c2\u00b5 28.Df3 Dg6 29.Ld1<\/p>\n<p>\u00ef\u0081\u02dc\u00ef\u0081\u0081\u00ef\u0081\u201a\u00ef\u0081\u0192\u00ef\u0081\u201e\u00ef\u0081\u2026\u00ef\u0081\u2020\u00ef\u0081\u2021\u00ef\u0081\u02c6\u00ef\u0081\u2122<br \/>\n\u00ef\u20ac\u00b8\u00ef\u20ac\u00ad\u00ef\u20ac\u00ab\u00ef\u0081\u00ab\u00ef\u20ac\u00ab\u00ef\u0081\u00b2\u00ef\u20ac\u00ab\u00ef\u20ac\u00ad\u00ef\u20ac\u00ab\u00ef\u20ac\u00a8<br \/>\n\u00ef\u20ac\u00b7\u00ef\u20ac\u00ab\u00ef\u0081\u00b0\u00ef\u20ac\u00ab\u00ef\u0081\u00ac\u00ef\u20ac\u00ab\u00ef\u20ac\u00ad\u00ef\u0081\u00ba\u00ef\u0081\u00b0\u00ef\u20ac\u00ad\u00ef\u20ac\u00a7<br \/>\n\u00ef\u20ac\u00b6\u00ef\u0081\u00b0\u00ef\u20ac\u00ab\u00ef\u20ac\u00ad\u00ef\u0081\u00b6\u00ef\u0081\u00ac\u00ef\u20ac\u00ad\u00ef\u20ac\u00ab\u00ef\u0081\u00b1\u00ef\u20ac\u00ab\u00ef\u20ac\u00a6<br \/>\n\u00ef\u20ac\u00b5\u00ef\u20ac\u00ab\u00ef\u20ac\u00ad\u00ef\u20ac\u00ab\u00ef\u0081\u00b0\u00ef\u20ac\u00ab\u00ef\u0081\u00b0\u00ef\u20ac\u00ab\u00ef\u20ac\u00ad\u00ef\u20ac\u00a5<br \/>\n\u00ef\u20ac\u00b4\u00ef\u0081\u0090\u00ef\u20ac\u00ab\u00ef\u20ac\u00ad\u00ef\u0081\u00b6\u00ef\u0081\u0152\u00ef\u20ac\u00ad\u00ef\u20ac\u00ab\u00ef\u0081\u0090\u00ef\u20ac\u00ab\u00ef\u20ac\u00a4<br \/>\n\u00ef\u20ac\u00b3\u00ef\u20ac\u00ab\u00ef\u20ac\u00ad\u00ef\u0081\u00ba\u00ef\u0081\u0090\u00ef\u0081\u0090\u00ef\u20ac\u00ab\u00ef\u0081\u2018\u00ef\u20ac\u00ab\u00ef\u0081\u0090\u00ef\u20ac\u00a3<br \/>\n\u00ef\u20ac\u00b2\u00ef\u20ac\u00ad\u00ef\u0081\u00ba\u00ef\u0081\u0090\u00ef\u20ac\u00ad\u00ef\u20ac\u00ab\u00ef\u20ac\u00ad\u00ef\u20ac\u00ab\u00ef\u0081\u2039\u00ef\u20ac\u00ab\u00ef\u20ac\u00a2<br \/>\n\u00ef\u20ac\u00b1\u00ef\u20ac\u00ab\u00ef\u20ac\u00ad\u00ef\u20ac\u00ab\u00ef\u0081\u0152\u00ef\u20ac\u00ab\u00ef\u20ac\u00ad\u00ef\u20ac\u00ab\u00ef\u0081\u2019\u00ef\u20ac\u00a1<br \/>\n\u00ef\u0081\u00b8\u00ef\u0081\u00a1\u00ef\u0081\u00a2\u00ef\u0081\u00a3\u00ef\u0081\u00a4\u00ef\u0081\u00a5\u00ef\u0081\u00a6\u00ef\u0081\u00a7\u00ef\u0081\u00a8\u00ef\u0081\u00b9<\/p>\n<p>Wei\u00c3\u0178 hatte nur noch f\u00c3\u00bcnf Minuten auf der Uhr und die Stellung ist kompliziert &#8211; sein Remisgefl\u00c3\u00bcster \u00c3\u00bcberh\u00c3\u00b6rte ich jetzt einfach. 29&#8230;Tf8 30.De2 fxg4 Schwarz droht Matt und Wei\u00c3\u0178 hat maximal noch 2 Minuten. Schwarz hatte noch satte 19 Minuten und spielte extrem langsam. 31.hxg4 Die wei\u00c3\u0178e K\u00c3\u00b6nigssicherheit hat sich verschlechtert, aber der Laden h\u00c3\u00a4lt noch zusammen. Mit Blick auf die Uhr spielen aber andere Faktoren eine wichtige Rolle &#8211; Drohungen, Tricks, Panik, vergifteter Bauer auf d5! 31&#8230;Tf4 32.Th4 Tf8 Bescheidenheit ist manchmal das Richtige. 33.Th3 Tf4 34.Th4 Zweifache Stellungswiederholung 34&#8230;Tf8 35.b3 Mit weniger als 1 Minute auf der Uhr versucht Wei\u00c3\u0178 die Zeitkontrolle zu schaffen, und weil uns ein Remis f\u00c3\u00bcr den Mannschaftssieg gereicht h\u00c3\u00a4tte, w\u00c3\u00a4re ein Remis durch Zugwiederholung kein Beinbruch gewesen, aber ich wollte auf jeden Fall trotzdem mit Te8 der Zugwiederholung ausweichen und seine knappe Zeit ausreizen. 35&#8230;Te8 36.Df3 Tf8 37.Dxd5?? Na also, geht doch! Nur 37.De2= h\u00c3\u00a4tte die Niederlage vermieden 37&#8230;Lc6\u00e2\u20ac\u201c+ und Bl\u00c3\u00a4ttchen. 0\u00e2\u20ac\u201c1<br \/>\nDIE CHESS CLASSIC<br \/>\nAber zur\u00c3\u00bcck zur Turnierorganisation. Das Frustrierende ist, dass bei unserem Turnier keiner mehr fragt, wer da in der Spitze spielt. Das interessiert niemanden mehr. Die Leute sagen, das muss ja Weltklasse sein. Mindestens zehn 2.700er, mindestens so-und-so-viele aus der Weltspitze. Die Chess Classic haben den Nimbus erreicht, dass \u00c3\u00bcber die Spitze \u00c3\u00bcberhaupt nicht mehr geredet wird. Es wird alles geboten, die Spielbedingungen sind erstklassig, die Halle ist gro\u00c3\u0178. Aber der Effekt war der, dass man sich sehr schnell an H\u00c3\u00b6henluft gew\u00c3\u00b6hnt. Im Schach gibt es nicht diesen Boris Becker oder Tiger Woods Effekt \u00e2\u20ac\u201c au\u00c3\u0178er in Indien. Da ist Vishy Anand ein Star, da ist er Sportler des Jahres. Die Leute sind voller Ehrfurcht vor diesem jungen Kerl. Kommen zu seinem Tisch im Hotel, stellen sich mit ihrer Familie auf und w\u00c3\u00bcnschen sich nur eins: Mit ihm ein Bild machen zu d\u00c3\u00bcrfen. Und Anand macht das. Aber hier sind die Gro\u00c3\u0178meister alle irgendwie unentdeckt, oder? H\u00c3\u00bcbner hatte diesen Status einmal, aber er konnte diese Anerkennung nicht entgegen nehmen.<br \/>\nIch war bei seinen Wettk\u00c3\u00a4mpfen als Zuschauer dabei, in Abano Terme, in Bozen und ich war stinkw\u00c3\u00bctend, als er einfach nicht mehr kam. Aber es war sch\u00c3\u00b6n, als er Portisch aus dem Wettbewerb geworfen hat, mit dieser Partie, die eigentlich schon verloren war und die er doch noch Remis gehalten hat. Ich war mit meinem besten, leider schon verstorbenen Freund Roland Donges da, das war einfach nur sch\u00c3\u00b6n.<br \/>\nAuch Kasparow bin ich lange hinterher gereist, um gegen ihn Simultan spielen zu k\u00c3\u00b6nnen. Ich konnte nie einen Simultanplatz bekommen. Dann habe ich hier im Parkhotel in Bad Soden ein Simultan veranstaltet, teilweise wurden bis zu 2.000,- DM f\u00c3\u00bcr einen Platz bezahlt, aber ich als Veranstalter habe mir einen Platz gesichert. Leider kann ich heute kein Simultan mehr spielen, weil die Chess Classic so gro\u00c3\u0178 geworden sind, aber ich genie\u00c3\u0178e es, die Leute gl\u00c3\u00bccklich zu sehen, wenn sie Simultan spielen, wenn sie Remis machen oder sogar gewinnen.<br \/>\nDie Chess Classic wurden anl\u00c3\u00a4sslich des 70-j\u00c3\u00a4hrigen Geburtstages von Frankfurt-West ins Leben gerufen. Ich dachte, die Zeit w\u00c3\u00a4re reif, einmal ein Turnier zu machen, und ich habe die Halle umsonst gekriegt. Dann lernte ich Anand kennen und war fasziniert, wie er Simultan spielt und mit mir umgeht. Ich habe zwei Simultan organisiert, vier h\u00c3\u00a4tte ich machen k\u00c3\u00b6nnen, so gro\u00c3\u0178 war die Nachfrage. Vorher hatte Wolfram Runkel in der Zeit einen Bericht geschrieben &#8222;Der charismatischste Spieler der Welt: Der Inder Anand&#8220;.<br \/>\nDiese Ideen habe ich ein halbes, ein dreiviertel Jahr vorher im Verein vorgestellt, doch da haben sie mich ausgelacht: &#8222;Du Spinner, was soll denn das, den kriegst Du ja gar nicht. Du kannst ihn holen, musst ihn aber selbst bezahlen, der Verein darf nicht belastet werden.&#8220; Ich habe in der Vorstandssitzung gesagt: &#8222;Okay, ich decke alle Verluste ab.&#8220; Und dann habe ich am Ende der Veranstaltung einer der gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178ten Fehler aller Zeiten gemacht und von der B\u00c3\u00bchne herunter gesagt: &#8222;Ich glaube, dieses Turnier hat euch so viel Spa\u00c3\u0178 gemacht und ehrlich gesagt hat es uns auch einen Riesenspa\u00c3\u0178 gemacht \u00e2\u20ac\u201c wir machen das n\u00c3\u00a4chstes Jahr noch einmal.&#8220; Meine Kollegen aus dem Verein und meine Mitarbeiter waren wie erstarrt: &#8222;Noch einmal so viel Arbeit&#8220; und wollten mich abw\u00c3\u00a4hlen. &#8222;Das h\u00c3\u00a4ttest Du mit uns abstimmen m\u00c3\u00bcssen.&#8220; Ich meinte dann: &#8222;Langsam, das k\u00c3\u00b6nnen wir immer noch absagen.&#8220; Das zweite Jahr war dann ein schlechtes Jahr, es war nicht mehr so leicht wie beim 70. Geburtstag Geld aufzutreiben. Aber ab dem dritten Mal ging es aufw\u00c3\u00a4rts und ab da haben wir auch mit optischen Mitteln gearbeitet, die Partien so \u00c3\u00bcbertragen, dass man sie auch im Sitzen verfolgen konnte.<br \/>\nPROBLEME MIT DEN STARS<br \/>\nNat\u00c3\u00bcrlich gab es immer Schwierigkeiten. 1998 hat Karpow drei Wochen vor dem Turnier abgesagt, weil Kasparow doch mitspielte. Das war eigentlich eine lustige Geschichte. In Wijk aan Zee im Hotel hatte er den Vertrag unterschrieben und ich habe gesagt: &#8222;Okay, Vishy und Kramnik spielen mit, jetzt Du und noch einen \u00c3\u00bcber 2700 will ich kriegen.&#8220; Ich habe aber nicht gesagt, wer es ist. Er sagt, &#8222;Ist okay&#8220;, unterschreibt und fragt: &#8222;Und wer kommt in Frage?&#8220; Ich antworte: &#8222;Am liebsten w\u00c3\u00bcrde ich Kasparow oder Fischer nehmen.&#8220; Da hat er mitleidig gelacht und ist seiner Wege gegangen.<br \/>\nAls ich Kasparow verpflichten konnte, schrieb Karpow pl\u00c3\u00b6tzlich nicht mehr wie zuvor in Englisch, sondern in Russisch. Ich hatte eine Menge Arbeit beim \u00c3\u0153bersetzen. Und dann hat er tats\u00c3\u00a4chlich drei Wochen vorher abgesagt. Da hat mich der Zorn gepackt und ich habe ihm eine gerichtliche Note zugestellt und ihm gesagt: &#8222;Wenn er n\u00c3\u00a4chstes Jahr nicht mitspielen w\u00c3\u00bcrde, dann kostet ihn das 250.000$.&#8220; Da hat er kleinlaut geantwortet, er w\u00c3\u00bcrde spielen, auch wenn Kasparow dabei ist, aber er m\u00c3\u00b6chte genauso viel Geld wie Kasparow.<br \/>\nInnerhalb dieser vier Wochen ist es mir noch gelungen, die damalige Nummer vier der Welt, Iwantschuk, aufzutreiben, und damit war das ein Viererturnier mit einem Schnitt von Elo 2781, so hoch haben wir es noch nie geschafft, das ist Kategorie 22. Bei der Er\u00c3\u00b6ffnung hat Kasparow auf die Frage von Journalisten, ob es schlimm sei, dass Karpow abgesagt hat, geantwortet: &#8222;Nein, nein, das ist nicht schlimm, das Turnier ist st\u00c3\u00a4rker geworden.&#8220;<br \/>\nEs gibt bei Verhandlungen mit diesen Super-Egos ein einfaches Rezept: Du musst ein superstarkes Ego dagegensetzen. Und bei Verhandlungen mit Kasparow habe ich nat\u00c3\u00bcrlich den Siemens-Boss heraush\u00c3\u00a4ngen lassen: &#8222;Du musst nicht spielen, wenn Du nicht willst \u00e2\u20ac\u201c dann gibt es aber auch kein Geld.&#8220; Die Turniere sind nat\u00c3\u00bcrlich schwer durchzuf\u00c3\u00bchren, weil die Spieler und ihre Manager zwischendrin immer noch irgendetwas \u00c3\u00a4ndern m\u00c3\u00b6chten. Die Auslosung r\u00c3\u00bcckg\u00c3\u00a4ngig machen, aus dem Hotel ausziehen, und, und, und. Irgendetwas ist immer. Bei Kasparow habe ich mir einmal dreizehn Punkte aufgeschrieben, die er anders haben wollte. Einmal z.B. wollte er eine andere Kabine haben. Die beste Kabine in der Ballsporthalle hatte die Nummer Zwei, und die habe ich Kasparow gegeben. Vishy Eins, Kramnik drei, Karpow vier. Da ist Kasparow fast ausgeflippt: Er w\u00c3\u00bcrde doch nicht in eine Kabine mit der Nummer Zwei gehen. Dann hat jeder einen Fahrer gehabt und einen 750er BMW. Kasparow war beeindruckt. Dann sieht er, dass die anderen auch so ein Auto haben, und ich war wieder unten durch. Er wollte immer mehr haben als die anderen.<br \/>\nBei Kasparow ist das Absicht, da er das Turnier schon vor dem eigentlichen Turnier beginnt. Ich hatte z.B. einmal mit Lobron, Magath und Jussupow ausgelost, \u00c3\u00b6ffentlich. Ein Sechser-Turnier, er hat die Nummer vier und damit bei seinen ersten beiden Partien Schwarz. Da l\u00c3\u00a4sst er \u00c3\u00bcber seinen Manager Williams mitteilen, dass er nicht zu dem Turnier kommt, da er selbst oder wenigstens sein Anwalt anwesend sein muss, um eine Auslosung durchzuf\u00c3\u00bchren. Was andere vor Zeugen machen spielt keine Rolle. Okay, habe ich gesagt, dann m\u00c3\u00bcssen wir neu auslosen. Und wer hat die Vier gekriegt? Anand. Der hat mich mit einem t\u00c3\u00b6dlichen Blick angeguckt. Und wer hat gewonnen? Anand. Und er hat ein gro\u00c3\u0178es Dinner f\u00c3\u00bcr 4 spendiert.<br \/>\nDie Spitzenspieler nutzen viele Tricks. 1997 hat Anand mit 4 aus 4 gef\u00c3\u00bchrt, Karpov hatte 2 aus 4, Topalow ebenfalls. Dann kommt Karpow zu sp\u00c3\u00a4t zur f\u00c3\u00bcnften Runde. Auf seiner Uhr waren bereits neun Minuten abgelaufen. Unser Schiedsrichter nimmt die Uhr und sagt zu Anand: &#8222;Das wollen wir doch nicht, dass jemand bei einem solchen Showturnier so unfair behandelt wird&#8220; und stellt die Uhr zur\u00c3\u00bcck. Anand verliert die Partie. Und er kommt aus dem Turniersaal heraus \u00e2\u20ac\u201c wir mochten uns da schon \u00e2\u20ac\u201c und sagt: &#8222;Ist das ein Kirmesturnier hier, kennen Deine Leute nicht einmal die Regeln?&#8220; Er hat sich ziemlich schnell eingekriegt, aber ich habe mich gefragt, ob ich das Turnier \u00c3\u00bcberhaupt noch im Griff habe.<br \/>\nEin Jahr sp\u00c3\u00a4ter geschieht das gleiche in Dortmund wieder. Karpow kommt 24 Minuten zu sp\u00c3\u00a4t, allerdings in einer langen Partie. Der Schiedsrichter Lothar Schmid kommt zu Vishy und sagt: &#8222;Karpow kam aus dem Schwimmbad, er hat kein Taxi gekriegt, kann ich die Uhren wieder zur\u00c3\u00bcckstellen?&#8220; Und Anand meinte: &#8222;Okay, wenn Sie meinen. Stellen Sie die Uhren wieder zur\u00c3\u00bcck.&#8220;<br \/>\nDann gab es den Wettkampf gegen Judit Polgar. Judit hat den gleichen Trick angewandt, sie hat drau\u00c3\u0178en gewartet, und darauf spekuliert, dass die Uhr zur\u00c3\u00bcckgestellt wird. Sp\u00c3\u00a4ter hat sie das anders dargestellt, aber wir wissen das mittlerweile. H\u00c3\u00a4tten wir die Zeit zur\u00c3\u00bcckgestellt, h\u00c3\u00a4tten wir Vishy in Nachteil gebracht. Ich habe mit Vishy dar\u00c3\u00bcber geredet und er hat gesagt, er sch\u00c3\u00a4tzt Judit sehr hoch ein, aber die Regeln sind nun einmal die Regeln. Au\u00c3\u0178erdem hat er geglaubt, dass sie ihn provozieren will, da es bekannt ist, dass er diese Schw\u00c3\u00a4che hat \u00e2\u20ac\u201c vier F\u00c3\u00a4lle sind bereits vorgekommen. Und er dachte: Judit ist wirklich ein gro\u00c3\u0178er Gro\u00c3\u0178meister \u00e2\u20ac\u201c auch was die psychologischen Tricks angeht. Und er hat mir gesagt: &#8222;Wenn ich gewollt h\u00c3\u00a4tte, dann h\u00c3\u00a4tte ich 2 Minuten 39 Sekunden warten k\u00c3\u00b6nnen, um dann zu ziehen.&#8220;<br \/>\nIch war auch bei der Partie Kramnik \u00e2\u20ac\u201c Karpow dabei, beim Millenium Turnier in Wien. Kramnik hatte sich bei der Anfangszeit vertan, weil sie eine Stunde fr\u00c3\u00bcher als beim Vortag anfingen. Er kam nass geschwitzt an und auf seiner Uhr waren schon 58 Minuten abgelaufen. Da sagt der Schiedsrichter: &#8222;Ich rede einmal mit Karpow wegen der Zeit.&#8220; Doch Karpow lie\u00c3\u0178 nicht mit sich reden: &#8222;Nein, Kramnik muss so spielen.&#8220; Kramnik verlor. Auf der einen Seite ist er unnachgiebig, auf der anderen Seite verlangt er, dass er nicht benachteiligt wird.<br \/>\nIch glaube \u00c3\u00bcbrigens nicht, dass man dieses Gift zum Schachspielen braucht. Ich sage oft, wenn mir einer \u00e2\u20ac\u017eweh\u00e2\u20ac\u0153 getan hat oder den n\u00c3\u00b6tigen Respekt vermissen l\u00c3\u00a4sst: &#8222;Den werde ich mit Gro\u00c3\u0178z\u00c3\u00bcgigkeit abstrafen.&#8220; Das ist obendrein echt hart f\u00c3\u00bcr denjenigen und wie ich meine, nebenbei die moralische \u00e2\u20ac\u017eH\u00c3\u00b6chststrafe\u00e2\u20ac\u0153. Einmal habe ich eine normale Turnierpartie von sechs Stunden gegen einen Blinden gespielt. Wir befanden uns in einer kritischen Stellung. Ich stehe gut mit Wei\u00c3\u0178 und er macht einen Zug, der verliert. Ich komme von der Toilette, stehe hinter ihm, aber er merkt nicht, dass ich schon wieder da bin. Also fragt er seinen Betreuer, ob ich schon zur\u00c3\u00bcckgekehrt bin. Der sieht mich nicht und der Blinde nimmt seinen Zug zur\u00c3\u00bcck. Der Schiedsrichter sagt nichts, f\u00c3\u00bcnfzehn Zuschauer ebenfalls nicht. Ich setze mich ans Brett und sage: &#8222;Wenn Sie einverstanden sind, biete ich Ihnen jetzt Remis an.&#8220; Und er: &#8222;Ja, haben Sie das gesehen?&#8220; &#8222;Ja, das habe ich gesehen, aber trotzdem biete ich Ihnen Remis an, denn ich m\u00c3\u00b6chte mich selber sch\u00c3\u00bctzen, damit ich nicht explodiere.&#8220;<br \/>\nWir machen Remis und haben uns an den folgenden Tagen immer h\u00c3\u00b6flich gegr\u00c3\u00bc\u00c3\u0178t. Er hat sich furchtbar gesch\u00c3\u00a4mt, dass er sich hat verf\u00c3\u00bchren lassen, den Zug zur\u00c3\u00bcck zu nehmen. Ich lege deshalb Wert darauf, dass Kinder fr\u00c3\u00bch die Regeln lernen. Ich arbeite bei Kindern, die ich unterrichte mit gelber und roter Karte. Das begreifen die gut und lernen das so von Anfang an. Ein ehrenhafter Schachspieler zu sein ist doch mehr wert als Leute abzuzocken.<br \/>\nChess960<br \/>\nZum Chess960 kam ich, weil ich dachte: &#8222;Schach ist super&#8220;, aber Schach wird fraktioniert. Schach fasziniert. Es fasziniert Eltern, es fasziniert Nicht-Schachspieler, nur uns Schachspieler fasziniert es nicht. Meine Idee war es, die Wenig-Zeit-Inhaber anzusprechen, die im Beruf stehen, die ihre Karriere gestartet haben, die Familien gegr\u00c3\u00bcndet haben. Und w\u00c3\u00a4hrend die Karriere und das Familienleben erfolgreich nach oben geht, geht die DWZ nach unten, einfach weil diese Leute keine Zeit mehr haben Theorie zu bolzen.<br \/>\nMan muss von Anfang an kreativ sein. Mir gef\u00c3\u00a4llt das und bei einer meiner sch\u00c3\u00b6nsten Chess960-Partien ist mir das gut gelungen.<br \/>\nSCHMITT &#8211; HENRICI<br \/>\n1.Main-Taunus-Cup, Bad Soden, 2005<br \/>\nSP 574<\/p>\n<p>1.Sbc3 e5 2.e4 Lc5 3.f3! Den Zug muss ich eher oder sp\u00c3\u00a4ter sowieso machen, also warum nicht gleich, wobei ich nur \u00c3\u00bcberlegte ob ich f2-f4 peitschen sollte. Die Chance auf ein solides Zentrumsspiel lie\u00c3\u0178 mich aber vom &#8222;Krawall\u00e2\u20ac\u0153 abkommen. 3&#8230;Lb6 4.Sd5 f5 5.S1c3!? Entwicklung hat Vorfahrt vor Bauernraub. 5&#8230;f4 6.Lxb6 axb6 7.Sxc7!! Kxc7 8.Sb5+ Der Springer kann schlecht vertrieben werden.<\/p>\n<p>9.d4! Nat\u00c3\u00bcrlich versucht Wei\u00c3\u0178, das Spiel zu \u00c3\u00b6ffnen. Es droht einfach d4-d5. 9&#8230;d5? 10.exd5+ Es ist eigentlich schon vorbei mit Schwarz. 10&#8230;Lxd5 11.c4! Der Schl\u00c3\u00bcsselzug. Wei\u00c3\u0178 erh\u00c3\u00a4lt \u00c3\u0153bergewicht im Zentrum. 11&#8230;exd4? 11&#8230;Lf7!? 12.d5+ Kd7 13.g3!\u00c2\u00b1 und es droht Lh3. Die folgende Variante zeigt, wie man den schwarzen K\u00c3\u00b6nig im Zentrum angreift. 13&#8230;Lg6 (13&#8230;Sa6 14.gxf4) 14.Lh3+ Ke7 15.Sc7 Ta7 (15&#8230;Ta4 16.b3! +-; 15&#8230;Ta5 16.Txe5+ Kd6 17.Sxe8+ Lxe8 18.De1+-) 16.Txe5+ Kd6 17.De1! (17.Sxe8+ ist auch gut.) 17&#8230;Txe5 (17&#8230;Kxc7 18.Te7+ Kd6 (18&#8230;Sd7 19.De5+ Kc8 20.Lxd7#) 19.Db4#) 18.Sb5+ Kc5 19.b4+ Kxc4 20.Dc3+ Kxb5 21.Lf1+ +- 12.cxd5+ +- Schwarz kann seine Figuren nicht schnell genug ins Spiel bringen. 12&#8230;Kd7 13.Ld3 g6 14.Txe8 Dxe8 15.Kc2 15.Le4!? +- W\u00c3\u00a4re viel pr\u00c3\u00a4ziser gewesen. 15&#8230;Sa6\u00c2\u00b1 16.Te1 Df7 17.Te4! Auf diesen Zug bin ich erst nach 15 Minuten gekommen. Ich dachte schon, Wei\u00c3\u0178 h\u00c3\u00a4tte diese wunderbare Stellung v\u00c3\u00b6llig misshandelt. 17&#8230;Sb4+ 18.Kd2 Sxd3 18&#8230;Sxd5!? 19.h4! \u00e2\u20ac\u00a6Dh3 19&#8230;Se3 20.Dh3+ Sf5 21.Txf4 Se6 22.Lxf5 Ke7 23.Te4 \u00e2\u20ac\u00a6Dxf5? 24.Dxf5 gxf5 25.Txe6+! Kxe6 26.Sc7+ +- 19.Kxd3+- Df6 20.De1! Wei\u00c3\u0178 bringt die Dame ins Spiel. Sehr gut ist auch 20.h4 Sf7 21.Dh3+ Df5 22.Dxf5+ gxf5 23.Txf4 Txa2 24.Txf5+-. 20&#8230;Tc8 21.b4 Der Turm darf nicht nach c5! 21&#8230;Df8?? 21&#8230;g5 22.Sxd4+-; 21&#8230;Sf7 22.Te6 Df5+ 23.Kxd4! +- \u00e2\u20ac\u00a6Te7 22.Dh4! +- h6 22&#8230;Tc1 23.Txf4 (23.d6 Kc8 24.De7+-  23&#8230;Dxb4 24.Dh3+ Ke8 25.Te4+ Kf8 26.Dh6+ Kg8 27.Dxc1+- 23.Dh3+ 23.Txf4! 23&#8230;Df5 24.Dxh6 Sf7 25.Dg7 \u00c2\u00b925.Dxf4 25&#8230;Te8 26.Kxd4 Kd8 27.Txe8+ Kxe8<\/p>\n<p>28.Dxf7+ Schwarz gab auf.<br \/>\n\u00c3\u0153brigens glaube ich nicht an Zuf\u00c3\u00a4lle. Wir haben Chess960 am 9.6.96 im Trainingslager von Frankfurt-West in Schollbrunn das erste Mal ausprobiert, 09.06.96, da ist zwei Mal die Zahl 960 drin. Da waren wir alle ziemlich betrunken, denn das kostet schon ein wenig \u00c3\u0153berwindung. Erst 2003 habe ich diesen &#8222;Zufall&#8220; bemerkt, als ein Bekannter von mir, der kein Schachspieler ist, gesagt hat: &#8222;Guck Dir doch mal das Datum an.&#8220; Zwei Mal 960, ein Mal f\u00c3\u00bcr Wei\u00c3\u0178, einmal f\u00c3\u00bcr Schwarz.<br \/>\nChess960 verkauft sich gut. Die Wenigzeitinhaber m\u00c3\u00b6gen das, die Kinder, die in der Schule lernen, und auch die Eltern dieser Kinder lechzen nach Kreativit\u00c3\u00a4t und Eigenst\u00c3\u00a4ndigkeit. Und es gibt bislang kein einziges schl\u00c3\u00bcssiges Argument gegen Chess960. Die Beleidigungen gegen mich, weil ich das f\u00c3\u00b6rdere, sind nat\u00c3\u00bcrlich beliebig gro\u00c3\u0178, aber es gibt bislang kein einziges schl\u00c3\u00bcssiges Argument dagegen.<br \/>\nManchmal habe ich das Gef\u00c3\u00bchl, Spieler wie Kasparow, Kramnik und Anand wissen alles \u00c3\u00bcber Schach. Sie wissen einfach Bescheid. Aber sie haben auch Angst vor dem neuen Spiel. Wo geh\u00c3\u00b6ren die Figuren hin, welche Bauernstruktur muss ich anstreben? Und manche sind so an die alten Dinge gew\u00c3\u00b6hnt, dass sie voller Angst auf die B\u00c3\u00bchne kommen, weil sie nicht wissen, welche Stellung auf dem Brett stehen wird. Das Ritual der Vorbereitung auf Partien ist eben auch dazu da, einem die Angst zu nehmen, ist das, was die Aufw\u00c3\u00a4rmrunde bei der Formel 1 ist.<br \/>\nBei wichtigen Veranstaltungen, bei Meetings bereite ich mich auch vor. Mental. Ich stelle mich auf Fragen ein, spiele M\u00c3\u00b6glichkeiten durch oder spreche mit anderen. Das gibt mir ein gutes Gef\u00c3\u00bchl. Man darf das jedoch nicht \u00c3\u00bcbertreiben, denn man macht einen gro\u00c3\u0178en Fehler, wenn man alles perfekt vorbereiten m\u00c3\u00b6chte. Man muss Stichworte vorbereiten, um sich auf neue, unbekannte Entwicklungen einzustellen, um wach bleiben zu k\u00c3\u00b6nnen. Das hat mich immer stark gemacht. Das ist im Prinzip nichts anderes als beim Schach. Ich habe keine Ahnung von Theorie, ich gucke, was sch\u00c3\u00b6n aussieht und das spiele ich dann. Meine Kreativit\u00c3\u00a4t, meine Ideen, die werden lebendig und dann rufe ich Muster ab, die ich einmal gelernt habe. Diese Mischung zwischen Wissen und hellwach sein, das l\u00c3\u00a4sst einen in Verhandlungen, in der Live-Situation stark sein.<br \/>\nWichtig ist auch: Ich bin v\u00c3\u00b6llig angstfrei. Fr\u00c3\u00bcher wollte ich anderen gefallen, nicht mir selber, ich wollte f\u00c3\u00bcr die Galerie spielen. Heute tue ich Dinge f\u00c3\u00bcr mich selbst, meine Frau oder meine Familie \u00e2\u20ac\u201c und ich glaube, viele Schachspieler k\u00c3\u00b6nnten eine ganze Reihe von Punkten dazugewinnen, wenn sie diese Angst ablegen. F\u00c3\u00bcr mich ist es wichtig, am Brett pr\u00c3\u00a4sent zu sein, wenn ich spiele. Das gilt auch, wenn ich auf der B\u00c3\u00bchne stehe und etwas sage oder wenn ich verhandle. Die \u00c3\u00a4u\u00c3\u0178ere Wirkung muss mit dem Gesprochenen \u00c3\u00bcbereinstimmen. Was ich sage, meine ich auch, und was ich sage, setze ich auch um.<br \/>\nCHESS TIGERS<br \/>\nDie Chess Tigers sind am 9.9.99 gegr\u00c3\u00bcndet worden und zwar aus 9 Mitgliedern, die zum Teil aus Frankfurt-West hervorgingen. Das war eine Notgeburt. Die gro\u00c3\u0178en Turniere waren einfach mit der Struktur eines solch kleinen Vereins nicht mehr vereinbar. Die Leute dachten, sie m\u00c3\u00bcssten f\u00c3\u00bcr mich arbeiten. Sie sagten: &#8222;F\u00c3\u00bcr Kasparow tut er alles, f\u00c3\u00bcr uns tut er nichts.&#8220; Obwohl ich im Jubil\u00c3\u00a4umsjahr 1999, beim 75. Geburtstag des Vereins, als Vorsitzender mit meiner Crew insgesamt 12 Veranstaltungen durchgezogen habe, f\u00c3\u00bcr alle Ebenen haben wir etwas getan. Aber die schlechte Stimmung war da, und wir haben gesagt, wir brauchen eine andere Struktur und haben diesen F\u00c3\u00b6rderverein gegr\u00c3\u00bcndet. Die Idee war, diesen F\u00c3\u00b6rderverein f\u00c3\u00bcr alle arbeiten zu lassen, um den Druck und die Rivalit\u00c3\u00a4t herauszunehmen. Und man kann nur sagen, diese Entscheidung war goldrichtig, weil die Universit\u00c3\u00a4t gut l\u00c3\u00a4uft und auch die Chess Classic seither viel besser laufen.<br \/>\nDie Chess Tigers organisieren Topturniere, wir stellen Material f\u00c3\u00bcr Chess960 zur Verf\u00c3\u00bcgung, wir f\u00c3\u00bchren die IPS-Liste, wir machen eine Schnellschachrangliste, wir machen eine Schachuniversit\u00c3\u00a4t mit Artur Jussupow, wir bieten momentan zwei Studienjahrg\u00c3\u00a4nge mit 17 Kursen und 680 Lektionen an. Schachlicher Leiter ist Arthur Jussupow.<br \/>\nDie Idee der Chess Tigers ist bei der F\u00c3\u00b6rderung des Schachs drei Dinge bewusst zu machen: 3.000 Leute in Deutschland sind Schachexperten, 100.000 sind in Vereinen organisiert und 20 Millionen haben Interesse am Schach. Und zwischen diesen Gruppen gibt es ganz feste Grenzen. Die m\u00c3\u00b6chte ich aufbrechen, aber mindestens aufweichen, um Schach popul\u00c3\u00a4rer zu machen.<\/p>\n<h3>Related Images:<\/h3>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hans-Walter Schmitt ist Unternehmer, Manager, Organisator und Schachfan. Er hat die Chess Classic Mainz zu einer der wichtigsten Schachveranstaltungen Deutschlands und zum bedeutendsten Schnellschachturnier der Welt gemacht. Mit KARL sprach der Chess960 F\u00c3\u00b6rderer \u00c3\u00bcber seine Faszination f\u00c3\u00bcr Fischer, seinen beruflichen Werdegang, die Notwendigkeit, langfristig zu denken und die Kunst der Vermarktung des Schachs. Am Mittwoch, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-116","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-events"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.schachbezirk-mittelbaden.de\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/116","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.schachbezirk-mittelbaden.de\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.schachbezirk-mittelbaden.de\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schachbezirk-mittelbaden.de\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schachbezirk-mittelbaden.de\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=116"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.schachbezirk-mittelbaden.de\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/116\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.schachbezirk-mittelbaden.de\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=116"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schachbezirk-mittelbaden.de\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=116"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schachbezirk-mittelbaden.de\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=116"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}